Weinbau in Mörbisch

Obwohl die erste urkundliche Erwähnung von Weingärten in Mörbisch erst im Jahre 1331 erfolgte, darf angenommen werden, dass seit weit längerer Zeit Weinreben an den Osthängen rund um Mörbisch kultiviert werden.

In der wechselvollen Geschichte der Region erlebte der Weinbau ein ständiges Auf und Ab. Jahrhunderte lang sorgten die Weinhandelshäuser von Ödenburg (Sopron) für den Vertrieb der Mörbischer Weine, ehe 1921 dieser Markt verloren ging und neue Absatzwege gefunden werden mussten.

Während Ackerbau und Viehzucht weitgehend der Selbstversorgung dienten, war die Weinproduktion für die Mörbischer meist die einzige Geldeinnahmequelle.

 

Erst die 1950er und 60er-Jahre brachten eine weitgehende Spezialisierung der Landwirtschaft zum Weinbau. Anfangs erfolgte der Verkauf noch zum Grossteil im Fass an Handel und Gastronomie, doch schon bald begannen die ersten Weinbauern mit der Flaschenwein-vermarktung. Die große Nachfrage nach Wein und die Entwicklung des Tourismus brachte den Betrieben einen enormen Aufschwung, der zu einer Ausweitung der Weingartenfläche führte. Von knapp 380 ha 1956 stieg die Rebfläche bis Anfang der 1980er-Jahre auf ihren Höchststand von knapp 700 ha.

Spätestens mit der Rekordernte von 1982 begann allerdings eine dramatische Wende auf dem Weinmarkt. Überproduktion, der Weinskandal und ein geändertes Konsumverhalten der Weintrinker führten zu einem Preisverfall bei Fasswein und Trauben,  von dem vor allem jene Betriebe betroffen waren, die ihren Wein nicht selbst in Flaschen vermarkteten. 


Seit den 1980er-Jahren kommt es im allgemeinen Trend der Weinwirtschaft auch in Mörbisch zu einem tiefgreifenden Struktur- und Generationenwandel. Viele kleinere Betriebe werden aus wirtschaftlichen Gründen aufgelassen, die Rebflächen gerodet oder zum Teil von anderen Betrieben übernommen. Bis heute ist die Gesamtfläche auf etwa 450 ha gesunken.

Gab es früher in fast jedem Haus selbsterzeugte Weine, ist natürlich auch die Anzahl der Haupterwerbsbetriebe dramatisch gesunken. Vor allem jene Weinbauern, die ihren Wein selbst in Flaschen vermarkten und auch im Tou-rismus engagiert sind, haben in den letzten Jahrzehnten trotz der schwierigen Lage aber einen deutlichen Aufschwung erlebt und sehr viel in die Modernisierung der Weingärten und ihrer Betriebsausstattung investiert. Trotz tiefgreifender Veränderungen ist der Weinbau in Mörbisch bis heute ein wichtiger und erfolgreicher Wirtschaftszweig geblieben. Eine besondere Rolle spielt der Wein neben See, Seefestspielen und Landschaft natürlich im Tourismus und veranlasst jährlich tausende Besucher, nach Mörbisch zu kommen. Viele nationale und internationale Auszeichnungen der Winzer haben für einen Ruf des Mörbischer Weines gesorgt, der weit über die nationalen Grenzen reicht.

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