Mörbisch am See Mörbisch am See Mörbisch am See

Jahrgänge

2015 - heiß und trocken

Der Sommer 2015 war geprägt von ungezählten Hitzewellen, die von Ende Juni bis in den September über die Mörbischer Weingärten rollten. Regen gab es dazwischen sehr wenig, aber die Wasserreserven im Boden aus dem nassen Vorjahr haben die meisten Weingärten vor Trockenschäden bewahrt. Nur vereinzelt konnte man an exponierten Stellen und in Junganlagen gestresste Stöcke finden.

 

Die Reife der Trauben machte enorme Fortschritte und die Weinlese begann bereits Anfang September. Wie 2014 drängte dabei auch 2015 die Zeit, allerdings aus ganz anderen Gründen. Im Vorjahr zwang die Fäulnis zu einer raschen Ernte und machte eine besonders sorgfältige Lese der Trauben notwendig. 2015 hingegen waren die Trauben nahezu perfekt, aber um auch leichte, erfrischende Weißweine keltern zu können, mussten sie rasch nach Hause geholt werden.

 

Wie schon die Trauben zeigen auch die Weißweine schöne, reife Fruchtaromen und sind dabei etwas milder als ihre knackigen Vorgänger aus 2014. Wenig überraschend, sind die Rotweine noch eine Spur besser als die Weißen. Sie brauchen mehr Sonne und profitieren besonders von diesem Jahrhundertsommer. Nach entsprechender Reife könnte der Jahrgang 2015 zu den allerbesten zählen.

 

Als im Oktober, nach Abschluss der Hauptlese, endlich ausgiebiger Regen fiel, entwickelte sich in den verbliebenen Weingärten schöne Edelfäule und im milden November schrumpften die Beeren zu außergewöhnlichen Süßweinen, die den Jahrgang komplett machen.

2014 - Das Jahr der fleißigen Hände

Nach einem milden Winter und einem durchschnittlichen Frühling hat es der Sommer 2014 nicht besonders gut mit den österreichischen Weinbauern gemeint. Auch in Mörbisch fiel von Ende Juli bis Anfang September mehr Regen als normalerweise in einem halben Jahr. Die enormen Niederschlagsmengen ließen viele Beeren aufplatzen, in einigen Mörbischer Rieden noch verschlimmert durch einen Hagelschauer Anfang August.

 

In manchen Weingärten war deshalb beinahe die Hälfte der Trauben von Fäulnis und Essigbakterien befallen, die bei der Ernte in mühevoller Kleinarbeit aussortiert werden mußten. Dass die Mehrzahl der Mörbischer Weinbauern auch 2014 saubere, fruchtbetonte Weine von guter Qualität keltern konnten, verdanken sie zum Großteil den fleißigen Händen ihrer Lesehelfer.

 

Die Weißweine erfreuen durch ihre etwas leichtere, besonders erfrischende Art und machen ebenso viel Freude wie die fruchtigen Roten.

Für die gehaltvolleren Rotweine hat es 2014 in den meisten Weingärten nicht gereicht, aber dafür konnten manche Weinbauern mit extremem Selektionsaufwand am Ende der Ernte kleine Mengen an süßen Prädkatsweinen keltern.



2013 - Ein trockener Sommer mit Happy End

Der Sommer 2013 wird wohl vielen in guter Erinnerung bleiben. Eine wochenlange Schönwetterperiode mit Temperaturen weit über 30°C ließ nicht nur Urlauberherzen höher schlagen. Für die Rebstöcke hingegen waren die vielen heißen Sommerwochen ohne nennenswerten Regen eine enorme Herausforderung. Nur die Wasserreserven im Boden aus dem schneereichen Winter und zwei kleinere Gewitter im August haben die Mörbischer Weingärten weitgehend vor Trockenschäden bewahrt.

 

Der lang ausbleibende Regen hat zum Glück lediglich die Erntemenge ein wenig reduziert, nicht aber die Qualität. Weil die Reben im kühlen Frühjahr besonders spät in die Saison gestartet sind, hat die Reife der Trauben nämlich erst nach Ende der Hitzeperiode richtig eingesetzt.

 

Auch wenn die Weinbauern während der Haupternte wegen des unbeständigen Wetters einige kurze Pausen einlegen mußten, sind sie mit dem Jahrgang 2013 sehr zufrieden. Weiß- und Rotweine zeigen sich fruchtbetont und elegant und lassen Großes erwarten. Hochgradige Süßweine gibt es allerdings nur in ganz geringer Menge und auch nur bei jenen, die geduldig bis in den Dezember mit der Ernte gewartet haben.



2012 - Ein Dejá-vu

Es ist ziemlich selten, dass zwei ähnliche – und vor allem ähnlich gute – Weinjahrgänge unmittelbar aufeinander folgen. Nach dem tollen 2011er meinte es die Natur aber auch 2012 besonders gut mit den Mörbischer Weinbauern bescherte ihnen erneut eine ausgezeichnete Ernte.

 

Mussten sie im Jahr davor wegen der tiefen Temperaturen im Winter und im Mai um die Reben bangen, war es 2012 ein Hagelunwetter Anfang Juli. Zum Glück war der Schaden aber geringer als befürchtet, und die Freude über den Regen größer, als der Ärger über den Hagel.

 

Der heiße August beschleunigte die Traubenreife enorm, sodass die Weinlese schon Anfang September bei prächtigem, aber auch anstrengendem Badewetter mit der begann. Die Weißweine, bei denen es auf eine rasche Verarbeitung der Trauben ankommt, belohnen uns dafür mit einer ganz besonderen Eleganz. Und die Rotweine profitieren von der außergewöhnlichen Traubenreife.

 

 

2011 - Ein Herbst wie im Bilderbuch

Nach einer wochenlangen Schönwetterperiode ab Anfang August ist es wohl nicht besonders überraschend, wenn die Mörbischer Weinbauern beim Jahrgang 2011 regelrecht ins Schwärmen geraten. Dabei mussten sie am Anfang des Weinjahres um die Ernte fürchten, als die Temperaturen im Dezember 2010 auf -18°C fielen und die „Eismänner“ im Mai 2011 für Spätfröste in tiefen Lagen sorgten.


Danach allerdings spielte das Wetter keine Streiche mehr, und die Reben entwickelten sich prächtig. Auf eine frühe Blüte der Weinstöcke folgte ein wenig spektakulärer Sommer mit genügend Regen Ende Juli. Der unglaubliche Spätsommer danach bescherte Mörbisch dann schließlich so reife Trauben wie selten. Anders als im Vorjahr stimmte 2011 auch der Ertrag, denn trotz geringfügiger Frostschäden konnten die Weinbauern insgesamt eine durchschnittliche Erntemenge einbringen.


Die Weißweine sind naturgemäß milder als ihre Vorgänger, weisen aber eine durchaus balancierte Säurestruktur und trotz der hohen Temperaturen zur Reifezeit keine überhöhten Alkoholwerte auf. Auch die Rotweine präsentieren sich sehr vielversprechend mit ausgeprägten Fruchtaromen und samtigen Tanninen. Dank der optimalen Traubenreife zählt 2011 sicherlich zu den allerbesten Rotweinjahren.


Für edelsüße Weine hingegen war der trockene Herbst nicht ideal, weil sich die dafür notwendige Edelfäule erst sehr spät entwickelte. Einige Betriebe konnten Mitte November aber dann doch noch schöne Auslesen ernten.

 

 

2009 - Spitzenklasse bei geringer Menge

Nach einem strengen Winter mit einer wochenlangen Eisdecke auf dem Neusiedlersee und einem milden Frühjahr begann die Rebblüte 2009 so früh wie selten zuvor. Ein Wetterumschwung in den letzten Maitagen führte aber zu einer schlechten Befruchtung mancher Sorten und Lagen und bescherte den Mörbischer Weinbauern die geringste Erntemenge seit vielen Jahren.


Die verbliebenen Trauben entwickelten sich prächtig und profitierten von einer nahezu idealen Mischung aus Sonne und gelegentlichen Regenschauern im Juli und August. Mit dem Erntebeginn kehrte für mehrere Wochen stabiles, trockenes Spätssommerwetter ein und ermöglichte eine entspannte Lese jeder Sorte zum idealen Reifezeitpunkt zwischen Ende August und Mitte Oktober.

 

Wie in allen etwas kühleren Jahren zeigen die Weißweine auch 2009 besonders feine Fruchtaromen und ein schönes Säurespiel. Darüber hinaus profitieren sie vom geringeren Ertrag und sind besonders ausdrucksstark.

 

Die Rotweine bestechen mit ihrer tiefdunklen Farbe und zeigen bei aller Fülle, die besonders reife Trauben mit sich bringen eine wunderbare Harmonie. Neben Blaufränkisch und Zweigelt sind 2009 auch spätreifende Sorten wie der Cabernet Sauvignon besonders vielversprechend.


Nach Abschluss der Hauptlese konnten einige Mörbischer Weinbauern im Oktober auch noch feine Prädikatsweine. Damit zählt 2009 zu den seltenen Jahren mit Spitzenweinen in allen drei Kategorien weiß, rot und süß.

 

2008 - Gute Arbeit wird belohnt

Das Jahr 2008 wird wohl als eines der regenreichsten in die Geschichte eingehen. Vor allem im Juni und im Juli folgte auf drei oder vier Tage mit schönem Wetter regelmäßig ein Gewitter oder ein ausgiebiger Regenschauer. Zum Glück blieben Mörbisch aber von den weit verbreiteten Hagelschlägen verschont. Die gute Wasserversorgung ließ die Reben besonders üppig wachsen. Selten war so viel Aufwand notwendig, um die Triebe in geordnete Bahnen zu lenken und damit den wetterbedingt besonders gefährlichen Mehltau- und Fäulniserkrankungen vorzubeugen.


Auch die Trauben wuchsen kräftig, und wer den Ertrag nicht rechtzeitig auf ein vernünftiges Ausmaß reduziert hatte, konnte kaum vom wunderschönen Spätsommer zwischen Mitte August und Mitte September profitieren.

 


Sorgfältige Weingartenpflege wurde hingegen belohnt. Die Weißweine zeichnen sich durch angenehme Fruchtaromen und eine lebendige Säurestruktur aus. Einige von ihnen zählen zu den schönsten, der letzten Jahrzehnte.

 


Auch die Rotweine präsentieren sich durchaus vielversprechend. Die Mörbischer Hauptsorten Blaufränkisch und Zweigelt machen schon in ihrer Jugend in allen Varianten von fruchtig-elegant bis kraftvoll und komplex sehr viel Freude.

2007 - So früh wie nie zuvor

Das Weinjahr 2007 war von Anfang an spannend und ungewöhnlich. Nach einem Winter, der ein Frühling war, entwickelten sich die Reben so rasant wie nie zuvor. Bis zum Beginn der Traubenreife betrug der Vegetationsvorsprung der Weinstöcke ähnlich wie schon 2003 mehrere Wochen.


Mit beinahe 40°C brachte der Juli dann auch noch rekordverdächtige Temperaturen, und ein Jahr mit hohen Zuckergraden und wenig Säure in den Trauben schien sich abzuzeichnen. Kurz vor der Hauptlese wurde es aber (anders als 2003) deutlich kühler, und die Weinbauern mussten die Ernte mehrmals wegen ergiebiger Regenfälle unterbrechen.


Auch wenn es paradox erscheint, konnte der Großteil der Weißweine von diesem Wetterumschwung profitieren. Entgegen den Befürchtungen nach dem trockenen, heißen Sommer zeigen sich die Weine nämlich sehr feingliedrig und ausgewogen.


Der kurze Altweibersommer im September verhalf dann auch noch den späten Rotweinsorten zur nötigen Reife. Zweigelt, Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon präsentieren sich elegant und mit angenehmer Tanninstruktur.



2006 – Unverhofft ein großer Jahrgang

Wie das ganze Weinjahr 2006 verlief auch die Ernte spannend und ungewöhnlich. War das Frühjahr bis Anfang Juni kalt und feucht, so setzte praktisch übergangslos pünktlich zur Rebblüte der Hochsommer ein. Ebenso unerwartet hielt Anfang August ungewöhnlich feucht-kühles Wetter Einzug, auf das im September und Oktober ein grandioser Altweibersommer folgte, der an das Jahr 1997 erinnerte. Dieses Auf und Ab machte es für die Mörbischer Weinbauern schwer, vor der Ernte die Entwicklung der Trauben richtig einzuschätzen. So wurden sie in fast jedem Weingarten beim Lesebeginn von der hohen Reife der Trauben angenehm überrascht.


Anders als sonst wurden 2006 fast alle Sorten gleichzeitig reif. Die Lese verlief daher besonders turbulent und war sowohl für die Lesehelfer wie auch für die Kellermeister so anstrengend wie schon lange nicht.


Umso erfreulicher ist es, dass die Natur diese Mühe mit grandiosen Weinen belohnt hat. Das Jahr 2006 zählt zu den seltenen Jahrgängen, die Weiß-, Rot- und Süßweine in Spitzenqualität und zufriedenstellender Menge erbracht haben.


Die Weißweine verbinden den Fruchtcharme und Körper ausgereifter Trauben mit einer eleganten Säurestruktur. Auch die Edelsüßen profitieren davon und sind besonders feingliedrig und ausgewogen. Die Roten sind den hervorragenden 2004ern ähnlich: Kraftvoll und mit ausgereiften Tanninen, dabei aber nicht überladen, sondern harmonisch und animierend.



2004 – Fruchtigkeit und Eleganz

Nach einem langen und kalten Winter folgte ein kühler und regenreicher Frühling. Dadurch erreichte der Wasserstand des Neusiedlersees nach dem trockenen und extrem heißen Sommer 2003 wieder annähernd seinen Normalpegel und auch die Wasserreserven in den Weingartenböden konnten sich regenerieren.


Der Austrieb der Rebstöcke und auch die Blüte erfolgten deutlich verspätet. Erst im August zeigte sich der Sommer von seiner schönsten Seite und auch der warme und trockene September kam den reifenden Trauben sehr zugute. Das schöne Herbstwetter erlaubte es, die Lese so lange hinauszuzögern, bis der Reiferückstand aus dem Frühjahr fast zur Gänze auf-geholt werden konnte und bescherte den Weinbauern letztlich einen sehr guten Jahrgang.


Durch die lange und eher kühle Reifephase sind die Weißweine ausgesprochen fruchtbetont und zeigen meist eine lebendigere Säurestruktur als in den letzten Jahren. Bei sorgfältiger Weingartenarbeit sind auch die Rotweine sehr ansprechend und zeigen eine gewisse Ähnlichkeit mit den eleganten und hochgeschätzten 2002ern. Ende Oktober und November 2004 konnten auch besonders hochwertige Süßweine gekeltert werden, die auch von der rassigen Säure des Jahrgangs profitieren.