Mörbisch am See Mörbisch am See Mörbisch am See

Die Geschichte von Mörbisch am See

Funde aus den verschiedensten Epochen beweisen, dass Mörbisch aufgrund seines optimalen Klimas schon sehr früh besiedelt war. Es wurden Werkzeuge aus der Alt- und Jungsteinzeit, Höckergräber aus der Bronzezeit, Gefäße, die wahrscheinlich zur Lagerung von Wein genutzt wurden aus der Zeit der Kelten sowie Überreste römischer Bauten gefunden.

Vor- und Frühgeschichte

Schon in vorrömischer Zeit führte durch unsere Gegend ein uralter Handelsweg, der die Adria mit der Ostsee verband, die sogenannte "Bernsteinstraße". Öl, Wein und Luxusgegenstände wurden auf diesem Weg nach Norden gebracht, Bernstein, Felle aber auch Sklaven gingen nach Süden. Diesen Weg bauten die Römer zu einer Heer-und Handelsstraße von Aquileia über Savaria (Steinamanger) und Scarbantia (Ödenburg) nach Carnuntum an der Donau aus.
Dem Verlauf der alten Römerstraße kann man heute folgen, wenn man von St. Margarethen auf der "Pressburger Straße" Richtung Sopron (Ödenburg) fährt.

ca. 1200
Unter Karl dem Großen wurde der Nordteil des heutigen Burgenlandes der karolingischen Ostmark einverleibt. Es begann eine große Einwanderung bayrischer Siedler, die zahlreiche Orte gründeten- unter anderem die Stadt Ödenburg (=öde Burg) das heutige Sopron.

1254
1254 wurde Mörbisch erstmals urkundlich erwähnt. Der damalige Name war "possessio Megyes", was frei übersetzt soviel wie "Weichseldorf" bedeutet. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich daraus der Ortsname Mörbisch. Bis zum Jahre 1921, also dem Jahr als das Burgenland zu Österreich kam, war die offizielle Bezeichnung "Fertömegyes" - "Fertö-" bedeutet See.

1385
Die ersten Mörbischer Grundherren um 1300 waren die Brüder des schwäbischen Rittergeschlechts Gutkeled. 1385 schenkte die ungarische Königin Maria Mörbisch der Stadt Ödenburg. Seit dieser Zeit war Mörbisch eines von acht Stadtdörfern von Ödenburg und hatte Anteil am Wohl der Stadt, weil es jetzt unter königlichem Schutz stand. Doch während Kriegs- und Unruhezeiten war unser Dorf als nicht geschützter Ort, den Verwüstungen und Plünderungen durch die Türken, Kuruzzen und anderen kriegerischen Handlungen stärker ausge- setzt als die Stadt selbst.

zw. 1520 und 1650
Während der Zeit der Reformation und Gegenreformation kamen unruhige Zeiten innerhalb des Dorfes auf die Bevölkerung zu. Die Bauern konnten die hohen Forderungen und Abgaben an die Stadt kaum erfüllen und versuchten sich sowohl auf rechtlichem Weg als auch durch Revolten von der Stadt zu lösen. Dieser Versuch blieb jedoch erfolglos. Die zweite Spannung entstand durch Glaubenfragen und führte zu Auseinandersetzungen innerhalb der Gemeinde. Erst das Toleranzedikt Kaiser Josephs II, 1781 und die Bauernbefreiung 1848 (für Mörbisch erst 1862) führten zu einer Entspannung. Heute sind übrigens mehr als 75 % der Einwohner von Mörbisch evangelisch.

1680
wütete die Pest in Mörbisch.


1682
kamen riesige Heuschreckenschwärme über den See und fraßen die Felder kahl; den Höhepunkt der Schrecken und Leiden aber brachte der Einfall der Türken.

1683
zogen mehr als 1000 Kuruzzen durch Mörbisch. Die Männer wurden ermordet, Frauen, Mädchen und Kinder gefangen genommen und auch ältere Leute in die Knechtschaft geführt.

1713

wütete wieder die Pest in Mörbisch und raffte 129 Einwohner dahin.
 
1849
starben 123 Personen an der Cholera. In dieser Zeit hatte unser Dorf nur etwa 250 Einwohner.
 
1863
zählt Mörbisch 908 Einwohner. Im Jahr 1900 waren es bereits 1661. Die starke Zunahme der Bevölkerung von Mörbisch in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gibt uns einen Hinweis auf die günstige Auswirkung der erlangten wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Bauern.

1866
Ein bedeutender Fund aus der Römerzeit ist die Mithrasgrotte, die dem Persischen Lichtgott Mithras geweiht war. Die Grotte befindet sich zwischen Mörbisch und Fertörakos (Kroisbach) und wurde 1866 entdeckt. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges wurde sie in österreich-ungarischer Zusammenarbeit renoviert und zählt heute zu den Sehenswürdigkeiten von Mörbisch.

1903
Mörbisch wird Großgemeinde und erhält ein eigenes Gemeindenotariat.

1921
Nach dem ersten Weltkrieg (68 Gefallene, 11 Vermisste) wurden die deutschsprachigen Komitate Ungarns dem Land Österreich zugesprochen. Mörbisch kommt auf diesem Weg zur neuen Republik, die wirtschaftlich und familiär verbundene Nachbargemeinde Kroisbach bleibt bei Ungarn.

1945
Im Gegensatz zum ersten Weltkrieg traf der zweite Weltkrieg die Gemeinde hart (116 Gefallene, 57 Vermisste). Viele Männer kehrten nicht mehr nach Hause zurück und die russische Besatzung erschwerte den Daheimgebliebenen das Leben zusätzlich. Nach dem Krieg standen die meisten vor dem Nichts. Am Wiederaufbau hauptbeteiligt war der Wein als wichtigstes Handelsgut. Die Weinwirtschaft ist auch heute noch Landschaft prägend.
 
1952
Der Grundstein für die touristische Entwicklung von Mörbisch wird gelegt. Die Straße zwischen Mörbisch und Rust konnte an das Verkehrsnetz angeschlossen werden.
In den Jahren 1954 bis 1957 wurde die Seebadeanlage Mörbisch gebaut, welche ja zur Gänze künstlich aufgeschüttet ist.

1957
Gründung der Mörbischer Seefestspiele durch KS Herbert Alsen, die den kleinen Ort Mörbisch weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt gemacht haben.

2004
feierte Mörbisch aufgrund der erstmaligen urkundlichen Erwähnung 1254 sein 750 jähriges Bestehen.

Das Wappen

Wappenverleihung am 15. Juli 1994

"In Blau auf grünem Boden eine silberne, rotbedachte Kirche mit vier Fenstern, deren einfenstriger Turm ein silbernes Kreuz trägt und von einem grünen Rebstock mit goldenen Trauben, umrankt wird; auf dem First des Schiffes ein silberner Wetterhahn, im blauen, gewellten Schildfluß ein silberner Fisch."

Geschichte

Ab dem Jahr 1903 - Mörbisch gehörte noch zu Westungarn - führte die Gemeinde Mörbisch zwar das beschriebene Wappen, es wurde jedoch offiziell nicht verliehen.
Die offizielle Verleihung erfolgte erst am 15.07.1994 durch die Landesregierung und bedeutet eine besondere Würdigung und Ehrung für die Gemeinde Mörbisch am See.
Mörbisch am See Wappen